"Gemeinsame Internationale Erklärung"

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"Gemeinsame Internationale Erklärung"

Im vergangenen Jahrzehnt haben weltweit Studierende, Schüler_innen, Lehrende, Eltern und viele andere gegen die zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung von öffentlicher Bildung sowie für freie und emanzipatorische Bildung protestiert.

Viele von uns nutzen das "International Student Movement" (ISM) als eine selbstverwaltete Plattform zum Informationsaustausch, Vernetzen und der gemeinsamen Koordinierung von Aktionen sowohl auf transnationaler als auch globaler Ebene. Seitdem das ISM im November 2008 initiiert wurde, wurden diverse globale Aktionstage und -wochen initiiert und koordiniert.

Wir streben Strukturen an, die sich durch direkte Mitbestimmung und das hierarchiefreie Organisieren durch gemeinsames Diskutieren und kollektives Agieren auszeichnen. Jede_r, die_der sich mit dem Einsatz gegen die Kommerzialisierung von Bildung und für freie emanzipatorische Bildung identifiziert, ist eingeladen sich auf der Plattform einzubringen und diese mitzugestalten!

Die folgenden Ziele vereinen uns weltweit:

Wogegen wenden wir uns?

  • Die Auswirkungen des derzeitig vorherrschenden Wirtschaftssystems auf den Menschen und die Bildungssysteme:
    Studien- und jegliche andere Gebühren, welche Menschen vom Zugang und der gleichen Teilhabe an Bildung einschränken
    Verschuldung durch Studienkrediteöffentliche Bildung, die danach ausgerichtet ist dem (Arbeits-)Markt zu dienen:

    Der sogenannte Bologna-Prozess (sowie entsprechende Prozesse in anderen Teilen der Welt) zielt auf die Implementierung von Bildungssystemen, welche Menschen primär Fähigkeiten vermitteln sollen, die wiederum dem Arbeitsmarkt dienen. Der Prozess propagiert die Senkung der Kosten für die Ausbildung eines Menschen, verkürzt die Zeit der Ausbildung und bringt unterqualifizierte Arbeitskräfte hervor.

    Bildung (sowie alle anderen Aspekte im Leben) als ein Handelsgut zu etablieren
    den (zunehmenden) Einfluss von privatwirtschaftlichen Interessen, wenn es um die grundsätzliche finanzielle Ausstattung der öffentlichen Bildung geht
    die (zunehmenden) Haushaltskürzungen für öffentliche Bildung weltweit
    die "Privatisierung" öffentlicher Gelder durch die Subventionierung privatwirtschaftlicher Bildungseinrichtungen
    die Ausbeutung von Angestellten in Bildungseinrichtungen

  • Wir setzen uns ein gegen die Diskriminierung und Beschränkung des Zugangs zu Bildungseinrichtungen basierend auf:
    sozio-ökonomischem Hintergrund (Bildungssysteme sind zur Zeit so gestaltet, dass Menschen mit
    weniger Geld nicht im gleichen Umfang an ihnen partizipieren können
    )
    Nationalität
    → Leistung
    politische Ideologie und Aktivitäten
    Geschlecht
    → sexuelle Orientierung
    → Religion
    → ethnischem Hintergrund
    → Hautfarbe

  • Wir setzen uns gegen die Bevorzugung von Forschung ein, welche primär darauf abzielt kommerziell verwertbare Patente anstatt für alle frei verfügbares Wissen zu generieren!
    Öffentliche Bildungseinrichtungen werden vermehrt dazu gedrängt, um private Sponsoren zu konkurieren, um (Grundlagen-)Forschung durchzuführen; gleichzeitig weisen Gelder aus privatwirtschaftlichen Quellen die Tendenz auf nur in profitversprechende Forschung investiert zu werden (- was wiederum zu einer Reduzierung von Mitteln für die Forschung in Bereichen, die eventuell von großer Bedeutung für die Öffentlichkeit wären, jedoch als nicht wirtschaftlich lukrativ eingestuft werden, führt). Ob Bildungseinrichtungen und ihre Mitglieder als "exzellent" eingestuft werden, hängt von ihrer wirtschaftlichen Leistung ab, was wiederum meist ein Kriterium für die Unterstützung durch weitere öffentliche Gelder ist.

  • Wir setzen uns bei der Vergabe von Mitteln gegen die Bevorzugung gewinnorientierter Forschung anstatt für Lehre und Grundlagenforschung ein.

  • Wir lehnen Aktivitäten des Militär innerhalb von Bildungseinrichtungen ab:
    → keine Forschung speziell für militärische Zwecke
    keine Werbe- und Rekrutierungsaktivitäten der Armee

Wofür kämpfen wir?

  • INHALT:
    freie und emanzipatorische Bildung als ein Menschenrecht: Bildung sollte primär dem individuellen
    Interesse dienen emanzipiert zu sein, das heisst
    befähigt zu werden die einen umgebenen Machtstrukturen und das Umfeld kritisch zu reflektieren und zu verstehen; Bildung sollte nicht nur die Emanzipation des Individuums ermöglichen, sondern auch der Gesellschaft als Ganzes
    Bildung als ein öffentliches Gut, in welchem sich ausschließlich öffentliche Interessen widerspiegeln
    akamdemische Wahlfreiheit: die Freiheit jeglicher akademischer Disziplin nachzugehen

  • ZUGANG:
    frei von monetären Bezahlungsmechanismen für Teilnehmende sowie jedwede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung und somit für den freien Zugang für alle Individuen
    → ausreichende Mittel für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen unabhängig von ihrer Rentabilität

  • STRUKTUR:
    → alle Bildungseinrichtungen sollen demokratisch strukturiert sein (d.h. Basisdemokratie als Grundlage für Entscheidungsprozesse)

Warum auf lokaler sowie globaler Ebene?

Die Auswirkungen des derzeitigen globalen Wirtschaftssystems verursachen Kämpfe auf der ganzen Welt. Während wir versuchen Druck auszuüben, um die lokale/regionale Politik und Gesetzgebung zu beeinflussen, müssen wir uns immer über die globale und strukturelle Natur unserer Probleme bewusst sein. Zudem ist es notwendig sich über Taktiken, Erfahrungen beim Organisieren und theoretisches Wissen auszutauschen sowie voneinander zu lernen. Kurzfristige Veränderungen können teilweise auf lokaler Ebene erreicht werden, eine grundsätzliche Veränderung hingegen wird es nur geben, wenn wir uns global vereinen.

Bildungssysteme weltweit machen genau das, was sie innerhalb dieses Wirtschafts- und Staatssystems tun sollen: selektieren, ausbilden sowie Ignoranz und Unterwerfung zu schaffen. Wir vereinen uns für ein anderes Bildungssystem und ein anderes Leben.

Wir halten zusammen gegen jegliche Formen der Repression seitens der Staatsapparate weltweit gegen Menschen, die sich für freie und emanzipatorische Bildung einsetzen.

Die folgenden Gruppen und Individuen unterstützen diese Erklärung, helfen diese weiter zu verbreiten und werden sich aktiv für eine stärkere Vernetzung von bildungspolitischen Gruppen auf globaler Ebene in Zukunft einsetzen.

Wenn auch du/ihr als Einzelperson oder Gruppe diese Erklärung unterstützen willst/wollt, dann schreibe/schreibt eine e-Mail an: united.for.education@gmail.com

~ one world - one struggle ~

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Guppen, die bisher die "Gemeinsame Erklärung" unterstützen:

  • Human Rights Alliance, Australien

 

Individuen, die die "Gemeinsame Erklärung" bisher unterstützen:

  • Irina Talevska, Rep. von Mazedonia

  • Jakob Jakobsen, professor, Funen Art Academy, Dänemark

  • Jawaher Abdullah Qasim, Taiz, Yemen

  • Jeanne Chiron, student and teacher, Paris, Frankreich

  • Yenny Fernandez, Master of Science student, Hunter College, New York, U.S.A.
  • Zack Murrell-Dowson, Newcastle Upon - Tyne, Großbritannien